Unser Leitbild

Aids geht alle an! Wir stellen uns der Herausforderung.

Auch wenn nicht alle Menschen im Saarland in gleicher Weise von HIV/Aids betroffen oder be­droht sind, geht das Thema uns alle an. Wir alle sind dazu aufgerufen, uns im Kampf gegen Aids und für die Rechte von Menschen mit HIV und Aids einzusetzen. Die Arbeit der Aidshilfe Saar be­schränkt sich deshalb nicht auf Aufklärung und Prävention mit dem Ziel die Zahl der HIV-Neuin­fektionen zu vermindern und auf die Beratung von Menschen, die bereits infiziert oder erkrankt sind. Es geht uns immer auch darum Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV und Aids zu bekämpfen und die Lebensverhältnisse der besonders von HIV bedrohten und betroffe­nen Gruppen zu verbessern.

 

Wir sind die Fachstelle für HIV/Aids und andere Geschlechtskrankheiten im Saarland.

Die folgenden Leitsätze fassen unsere Grundsätze, Werte und Haltungen zusammen, an denen wir unsere Arbeit messen wollen.

 

Leitsätze:

1. Wir sind eine unabhängige, demokratisch strukturierte Organisation, die nicht profitorientiert arbeitet und die parteipolitisch und religiös neutral ist.

Wir sehen uns den Interessen unserer Zielgruppen verpflichtet. Unsere Angebote richten wir an de­ren Bedarfen und Bedürfnissen aus. In diesem Sinne sind wir Partei. Wir bewahren unsere Autono­mie und gewährleisten, dass unsere Entscheidungen auf einem breiten, in der Organisation ausge­handelten, Konsens beruhen.

 

2. Wir verstehen uns als Dienstleister und als Selbsthilfeorganisation.

Unsere Wurzeln liegen in der Selbsthilfe und wir sehen uns der Selbsthilfe weiterhin verpflichtet. Unsere professionellen Beratungs- und Unterstützungsangebote verfolgen deshalb immer das Ziel individuelle und kollektive Selbsthilfe zu initiieren, zu fördern und zu unterstützen.

 

3. Wir orientieren uns in unserer Arbeit an der Akzeptanz und Förderung unter­schiedlicher Lebensweisen.

Wir begegnen den unterschiedlichen Lebensweisen und -konzepten unserer Zielgruppen mit Re­spekt und setzen uns für ein gleichberechtigtes Nebeneinander unterschiedlicher Lebensentwürfe ein. Wir tragen dazu bei, deren Emanzipation und gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern und Dis­kriminierung abzubauen.

 

4. Wir legen unserer Arbeit das Konzept der strukturellen Prävention zu Grun­de und setzen dabei auf das verantwortliche Handeln des Einzelnen.

Prävention kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht nur das Verhalten der Einzelnen im Blick hat, sondern auch die Verhältnisse, in denen sie leben. Wir wollen den Einzelnen informieren, ihm Lernerfahrungen ermöglichen und ihn dazu befähigen und darin bestärken reflektierte Entscheidun­gen zu treffen. Wir akzeptieren, dass Menschen in ihren Entscheidungen frei sind und sind uns be­wusst, dass der Präventionsarbeit Grenzen gesetzt sind. Präventive Maßnahmen müssen sich zudem an den sozialen, ökonomischen und organisatorischen Bedingungen des Lebensumfeldes Einzelner und von Gruppen orientieren. Hier gilt es Diskriminierung abzubauen, Verständnis zu wecken und Lebensbedingungen zu verbessern.

Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention bilden dabei eine Einheit. Es geht uns also sowohl um die Vorbeugung von HIV-Infektionen, als auch darum, dass bereits HIV-Infizierte nicht an Aids erkran­ken und bereits Erkrankten eine möglichst gute Lebensqualität zu sichern.

 

5. Wir setzen unsere personellen und finanziellen Ressourcen vorrangig für die von HIV/Aids und anderen STI besonders betroffenen und bedrohten Gruppen ein.

Männern, die Sex mit Männern haben, Drogengebraucher*innen, Menschen in der Sexarbeit, Migrant*innen aus Ländern, in denen HIV besonders stark verbreitet ist sowie Menschen in Haft gilt deshalb unser besonderes Engagement.

 

6. Wir sind Teil eines Netzwerkes mit regionalen, überregionalen und nationalen Partner*innen, in dem sich ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement sinnvoll ergänzen und ein regelmäßiger fachlicher Austausch stattfindet.

Im Saarland kooperieren wir mit allen für unsere Arbeit relevanten Fachdiensten und Interessenver­bänden. Als Aidshilfe in einer Grenzregion arbeiten wir zudem grenzüberschreitend und kooperie­ren mit Einrichtungen in Luxemburg und Frankreich. Auf nationaler Ebene sind wir eingebunden in das bundesweite Netzwerk unseres Dachverbandes, der Deutschen Aidshilfe

 

7. Wir stärken ständig unsere Beratungs- und Fachkompetenz

Unser Team besteht aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die nach den Qualitäts­grundlagen der Deutschen Aidshilfe ausgebildet sind. Wir stellen uns aktuellen Herausforderun­gen und sind aufmerksam für Veränderungen. Über kollegiale Supervision und regelmäßige Fort- und Weiterbildungen erhalten und erweitern wir unsere Kompetenzen.

 

8. Wir halten ein umfangreiches Angebot an Information, Beratung, Begleitung und Betreuung bereit.

Das Angebot orientiert sich an den unterschiedlichen Bedarfen und Bedürfnissen der besonders von HIV/Aids und anderen Geschlechtskrankheiten bedrohten und betroffenen Individuen und Gruppen. Es zeichnet sich durch ein hohes Maß an Flexibilität aus und ermöglicht es uns, problem- und zeitnah auf neue Ent­wicklungen reagieren zu können. Bei Bedarf vermitteln wir an andere Fachdienste und koordinieren Unterstützungs- und Beratungsleistungen und -maßnahmen.